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Dies ist die Kernaussage einer Studie des University College London. Sayer Ji, Gründer von «GreenMedInfo», wertet dies als Eingeständnis systematischer Schädigung durch Chemotherapie. Tatsächlich gibt es keinen Beleg für deren Sinnhaftigkeit. Von Torsten Engelbrecht

 

Eine große internationale Studie des University College London (UCL), vorgestellt auf dem ASCO-Kongress 2026, stellt die bisherige Praxis der Chemotherapie bei Brustkrebs grundlegend infrage. So konnten mithilfe des Prosigna-Gentests bei mehr als zwei Dritteln der mehr als 4.000 teilnehmenden Patientinnen vergleichbar gute Überlebensergebnisse allein mit einer Hormontherapie erzielt werden – ohne die belastende und toxische Chemotherapie. Das berichtet Sayer Ji, Gründer von GreenMedInfo.

Viele Frauen hätten die aggressive Chemotherapie demnach unnötigerweise erhalten. Professor David Miles vom UCL fasste die jahrzehntelange Realität mit bemerkenswerter Offenheit zusammen:

«Wir haben früher 100 Frauen eine Chemotherapie gegeben, um zehn zu helfen, obwohl wir wussten, dass 90 sie nicht brauchten.»

Dieses Zitat macht eine Praxis deutlich, die bei unzähligen Frauen weltweit schwere gesundheitliche Schäden wie Übelkeit, Haarausfall, Immunschwäche, Fruchtbarkeitsstörungen und bleibende Organschäden verursachte, ohne der großen Mehrheit einen klaren Überlebensvorteil zu bringen. Viele (wenn nicht gar die meisten) sterben gerade auch an der Chemotherapie und nicht am Krebs selbst, was im Übrigen auch seit geraumer Zeit bekannt ist.

Schon 1987 zeigte etwa eine Studie der Londoner Imperial Cancer Research Fund Laboratories, dass Chemotherapie die Metastasenbildung begünstigen kann. Dasselbe wird auch von einer neueren Generation von Anti-Krebsmedikamenten vermutet, wie das Fachmagazin Nature Cell Biology 2008 berichtete.

Anfang 2009 präsentierte die britische Organisation National Confidential Enquiry into Patient Outcome and Deaths, die sich für bessere medizinische Standards einsetzt, eine unter anderem von Onkologen durchgeführte Arbeit. Deren Ergebnis bewies, dass die Chemotherapie bei Krebspatienten in fortgeschrittenem Stadium in vielen Fällen den Tod beschleunigt oder gar verursacht. Zudem ergab sich, dass zwei von fünf Patienten durch die Chemotherapie schwer vergiftet wurden. Sogar das Systemmedium Der Spiegel bezeichnete die Chemotherapie im Jahr 2004 als «Giftkur ohne Nutzen».

Sayer Ji, langjähriger Kritiker der konventionellen Onkologie, wertet die aktuelle Aussage auf dem ASCO-Kongress auch nicht als medizinischen Durchbruch, sondern als schwerwiegendes Eingeständnis systematischer Übertherapie. Die Studie bestätige, was die integrative Medizin seit Jahrzehnten argumentiere: Bei etwa 90 Prozent der mit Chemotherapie behandelten Brustkrebspatientinnen sei kein Nutzen entstanden. Die neue DNA-Testmethode diene nun lediglich dazu, künftig einen Teil dieser unnötigen Behandlungen zu vermeiden.

Nicht vergessen werden darf hier, was ich für mein Buch «Die Zukunft der Krebsmedizin» recherchiert habe, nämlich dass es ganz wenige Studien gibt, in denen ein Krebsmedikament mit einem wirkungslosen Scheinmedikament wie Kochsalzlösung oder einer Zuckertablette (Placebo, «Nichtstun») verglichen wurde – und dass sich in diesen das Placebo als die sinnvollere Alternative oder zumindest als nicht nachteilig herausgestellt hat. Eine davon wurde 1975 publiziert, und zwar im Fachmagazin Lancet:

 

«An ihr nahmen 188 Patienten teil, die unter inoperablem Karzinom der Luftröhre litten. Einige der Patienten erhielten eine Chemotherapie, während bei anderen nichts unternommen wurde. Ergebnis: Die Patienten, die keiner Therapie unterzogen wurden, lebten nicht nur bedeutend länger als jene, die unter Chemotherapeutika standen. Sie hatten in der ihnen noch verbliebenen Zeit eine merklich höhere Lebensqualität.
 
Eine Studie mit Darmkrebspatienten, die Mitte der 1980er Jahre im New England Journal of Medicine abgedruckt wurde, konnte ebenfalls keine Überlegenheit der Chemotherapie gegenüber ‹Nichtstun› feststellen. Einige der behandelten Patienten entwickelten sogar eine Leukämie – und alle, die von dem Blutkrebs betroffen waren, hatten eine chemotherapeutische Behandlung mit Fluoruracil (5-FU) und Semustin hinter sich. ‹Diese Studie stützt nicht den Ansatz, Patienten, die von wiederkehrendem Darmkrebs betroffen sind, mit Chemotherapeutika wie 5-FU oder Semustin zu behandeln›, so Douglas Holyoke, einer der Autoren.»

 

Holyoke und seine Kollegen plädierten in diesem Zusammenhang ausdrücklich für placebokontrollierte Studien, also für Vergleiche von Chemotherapie mit wirkstofffreien Placebos. Solche werden aber nicht mehr durchgeführt – mit dem nicht haltbaren Argument, die Wirksamkeit der Chemotherapie sei belegt, weshalb es unethisch sei, selbige den Patienten vorzuenthalten.

Ji wiederum verweist auch auf die Cancer-Stem-Cell-Hypothese, aus der ersichtlich werde, warum Chemotherapie so oft versagt: Sie ziele vor allem auf sich schnell teilende Tumorzellen ab, lasse jedoch die langsamer wachsenden, therapieresistenten Krebsstammzellen unberührt – und könne diese in manchen Fällen sogar bis zu 30-fach aggressiver machen. Ähnliches gelte für die Strahlentherapie, die gutartige Zellen in hochmaligne induzierte Brustkrebs-Stammzellen umprogrammieren könne.

Naturstoffe wie Curcumin, Resveratrol, Sulforaphan oder EGCG aus Grüntee zeigten hingegen eine selektivere Wirkung gegen diese Stammzellen bei wesentlich geringerer Toxizität.

Diese Erkenntnis fügt sich in eine breitere kritische Debatte über das Wesen von Krebs und die Grenzen konventioneller Therapien ein. In ihrem Buch «Beyond Inheritance» beschreibt die Wissenschaftsjournalistin Roxanne Khamsi Krebs nicht primär als Folge einzelner «defekter Gene», sondern als evolutionären Prozess in einem dynamischen zellulären Ökosystem. Statt eines stabilen genetischen Bauplans handle es sich um somatische Mutationen und einen darwinistischen Wettbewerb konkurrierender Zellpopulationen (wir berichteten). Khamsi meint:

«Während Sie dies lesen, mutieren Ihre Zellen.»

Solche Perspektiven stellen das nach wie vor die etablierte Medizin beherrschende Mutationsmodell zu Krebs und damit auch aggressive Standardtherapien grundsätzlich infrage.

Dabei hatte der im vergangenen Jahr verstorbene Molekularbiologe Peter Duesberg schon vor Jahrzehnten betont, dass nicht punktuelle Genmutationen, sondern Chromosomenstörungen (Aneuploidie) eine zentrale Rolle bei Krebs spielen:

«Die klinische Realität dagegen ist, dass nicht einzelne Gen-Veränderungen, sondern Chromosomenschäden dazu führen, dass die für 90 Prozent der Krebstodesfälle verantwortliche Metastasenbildung neue Nischen findet und resistent wird gegen medikamentenbasierte Therapien.»

Diese Sichtweise hilft, die häufige Therapieresistenz vieler Tumore zu erklären. Ein prominentes Beispiel für den mutigen Widerstand gegen die empfohlene Standardtherapie liefert das australische Supermodel Elle Macpherson.

2017 war bei ihr Brustkrebs diagnostiziert worden. Entgegen dem Rat von 32 Ärzten, die eine Mastektomie, Chemotherapie und Bestrahlung empfahlen, entschied sie sich für einen ganzheitlichen Ansatz. Vor zwei Jahren, als sie 60 war, berichtete sie von klinischer Remission und «vollständigem Wohlbefinden» (wir berichteten). Das ehemalige Megamodel sagt:

«Nein zu sagen zu meinem eigenen inneren Gefühl wäre noch schwieriger gewesen.»

Macpherson, inzwischen 62, ist derweil seit Februar das neue Gesicht der australischen Unterwäsche-Marke Bonds und posiert für die «Let’s Talk About Flex»-Kampagne in Spitzen-BHs, Bikini-Slips und Bademode, wie People kürzlich berichtete. In dem Artikel heißt es:

«Macphersons Auftritt in der Werbung spiegelt wider, wie sie ihre innere Stärke zeigt und für sich selbst einsteht. In den letzten Jahren bedeutete das für sie, ihre Gesundheit nach ihren eigenen Vorstellungen zu gestalten.»

Macpherson selbst wird mit folgenden Worten zitiert:

«‹Um es klarzustellen: Ich habe mir viele medizinische Ratschläge eingeholt. Es gab keinen klaren Weg und keine Garantien in die eine oder andere Richtung›, verteidigte sie ihre Entscheidung, gegen den Rat einiger Ärzte zu handeln und ohne Chemotherapie, Medikamente oder eine Mastektomie zu genesen. ‹Also habe ich einfach eine Entscheidung getroffen, basierend auf allen Informationen, die ich gesammelt hatte, und dem, was sich für mich richtig anfühlte.›»

 

Originalartikel hier >> https://transition-news.org/von-100-frauen-mit-brustkrebs-die-eine-chemotherapie-erhielten-brauchten-90